SRG-Gebühr je Haushalt von CHF 335 auf 200 senkenSichert Geld guten Journalismus, die notwendige Kultur und verhindert Fake News?Daniel L. Ambühl, President past des SVIK Befürworter und Gegner der SRG-Initiative feuern aus allen Rohren. Gebührenfragen setzen stets beide Seiten in Bewegung. Die Frage «Wem dient’s» ist überall hörbar. Die jeweilige Einseitigkeit der Antworten dringt aber meist nicht in die Ohren des Gegenübers. Dem möchte der SVIK begegnen, indem er versucht, nicht nur schnelle Antworten zu suchen, sondern eine breitere argumentative Abstützung zu finden. Allerdings lässt sich das nicht einfach in wenigen Sätzen bewältigen. Es lohnt sich aber, sich mit dem vorliegenden Artikel auseinanderzusetzen. Im Falle einer Ablehnung der Initiative wird am Schluss aufgezeigt, welche Punkte dennoch geändert werden müssen. Und das vor allem, um die Argumente der Gegnerschaft nicht einfach im Sand verlaufen zu lassen. FR Les pour et les contre font feu de toutes leurs armes. Des deux côtés, la question des taxes est au cœur du débat. La question de savoir à qui elles servent se manifeste partout. Le côté unilatéral des réponses ne contribue pas à l’écoute par l’autre camp. L’ASCI veut combattre cette situation en essayant, plus que de fournir des réponses rapides, de creuser le sujet pour y apporter un argumentaire plus large. Car ce n’est pas en quelques phrases qu’on peut maîtriser la question. Cela vaut donc la peine de confronter son point de vue avec le présent article. Dans le cas d’un rejet de l’initiative, les conclusions mettent le doigt sur les points qu’il faudra de toute façon changer. Et cela afin que les arguments des partisans ne s’évanouissent pas purement et simplement dans le sable. IT Sostenitori e oppositori dell'iniziativa SSR si scontrano senza esclusione di colpi. Le questioni relative al canone mobilitano entrambe le parti. Al centro della questione c’è la domanda «Chi ci guadagna?». Tuttavia, la parzialità delle risposte non viene solitamente recepita dalla controparte. L'ASCI intende ovviare a questo problema cercando non solo di trovare risposte rapide, ma anche di individuare un supporto argomentativo più ampio e non è facile farlo in maniera concisa. Vale la pena comunque approfondire il presente articolo. In caso di bocciatura dell'iniziativa, saranno elencati i punti che dovranno essere modificati. E questo soprattutto per non lasciare che le argomentazioni degli oppositori cadano nel vuoto. Warum äussert sich der SVIK zu dieser Initiative?Fachverbände sind bedeutsam für die WirtschaftDer Schweizerische Verband für interne und integrierte Information und Kommunikation (SVIK) besteht seit 1944. Als Fachverband ist er in dem für die Schweiz betriebs- und volkswirtschaftlich wichtigen Sektor der Unternehmenskommunikation tätig. Sein wichtigstes Ziel ist es, den Mitarbeitenden eine den Branchenberufen angepasste und arbeitsstufengerechte Aus- und Weiterbildung anzubieten. Dazu gehört systematische Berufsbildungsforschung und Innovation. Dabei steht der SVIK ständig mit seinen Stakeholdern und Anspruchsgruppen im In- und Ausland in engem Kontakt. In den letzten 82 Jahren hat er seine Ziele ohne Subventionen durch die öffentliche Hand erreicht. Das verschafft ihm die nötige Unabhängigkeit. Der SVIK fokussiert sich auf die Berufsbilder der Unternehmenskommunikation. Doch kraft deren Einbettung in den öffentlichen Medien verfolgt der Verband die Szene auch umfassend. Das erlaubt ihm u.a. auch, die Leistungen der Medienleute in Wirtschaft und Politik zu beurteilen und im Rahmen des alljährlichen SVIK-Ratings auszuzeichnen. Ist eine unabhängige Stellungnahme zur SRG-Gebühr notwendig?Die Abstimmungsprognosen sind gegenwärtig so ausgeglichen, dass das Pendel überall zum Stehen kommen kann. Da die Initiative die politische Ebene von links bis rechts aufwühlt, ist eine Beurteilung aus einer neutralen Position notwendig. Wenn es um Demokratiefragen geht, sind nicht nur die polarisierenden Aussagen bedeutungsvoll. Ausgleichende Angaben sind für eine besonnene Willensbildung notwendig. Sonst schleichen sich Fehlallokationen ein. Dieser Aufgabe stellt sich der SVIK mit den folgenden Ausführungen. Warum ist die Situation festgefahren?Von blinden Radiohörern und tauben ZusehernDie Serafe-Haushaltabgabe dient zusammen mit den Werbeeinnahmen zur Finanzierung der Radio- und Fernsehprogramme lokaler und regionaler Anbieter in den Sprachregionen der Schweiz. Dazu gesellen sich auch versteckte Subventionen1. Finanzierungs-, Gebühren- und Kostenfragen gehören stets zu den wichtigen betriebswirtschaftlichen Fragen. Das Budget beeinflusst direkt den Entscheidungsrahmen der gebührenerhebenden Organisation. Je grösser es ausfällt, desto stärker kann die Organisation die Menge und die Qualität seiner Produkte beeinflussen. Auch die Zahl der Mitarbeitenden und deren Löhne lässt sich damit steuern. Davon sind im vorliegenden Fall – erstens – die Mitarbeitenden, – zweitens – die Kunden (Mediennutzer [Haushalte] der vier Sprachregionen und im Ausland sowie ein Teil der Produktionsbetriebe) und – drittens – die politische Szene betroffen. Die Medienbranche, die Aus- und Weiterbildungsstätten sowie die Fachexperten, die sich unterschiedlich zu der Initiative äussern, sind die vierte Gruppe. Diese vier Stakeholderkategorien sind alle auf der Zahler- und Empfängerebene pekuniär am Abstimmungsergebnis interessiert. Die Marktpräsenz der SRG und die Auftritte ihrer Protagonisten «vor und hinter dem Vorhang» erlaubt ihr, ihren Standpunkt zu schönen und repetitiv-suggestiv zu wiederholen. Das Initiativkomitee kann das wiederum nur durch Medienausgaben kompensieren. Die Vertreterinnen und Vertreter des Service public müssten das eigentlich durch Zurückhaltung kompensieren. Die aktuellen Medienauftritte in den Print- und den elektronischen Medien zeigen allerdings ein anderes Bild.2 Wie frühere Beispiele oder Fälle aus dem Ausland belegen, lässt sich das nicht einfach einklagen. Mit dem muss aber jedes Initiativkomitee rechnen, das einer etablieren Organisation das Budget kürzt, das von Beiträgen der Öffentlichkeit profitiert. Unübersichtliches GeländeHeute wächst die Bedeutung von Radio und Fernsehen sowie der Sozialen Medien gegenüber Print- und anderen Medien. Warum lesen, wenn etwas gesagt und gezeigt wird, während man etwas anderes tut? Zudem: Medienprodukte lassen sich überall abrufen, portionieren und in der entsprechenden Sprache und Gestaltung konsumieren. Gleichzeitig verwischen sich die Schwellen zwischen Wirtschaft, Politik und Freizeitunterhaltung. So kann sich u.a. Politik leicht verdaulich präsentieren. Das haben auch Parteien inzwischen gelernt. Die SRG als Organisation hat in dieser Situation wenig Anreiz, Veränderungen vorzunehmen. Umso problematischer sind somit politisch verordnete Budgetkürzungen; sie werden mit allen Mitteln bekämpft. Radiohörer und Fernsehzuseher sind eine besondere Kundenkategorie. Ihr Verhalten lässt sich beschreiben mit konsumgewohnt, informations- und unterhaltungsorientiert. Er ist im Durchschnitt recht gut über die Protagonisten dieser Medien informiert. Doch systemische Fragen, z.B. wie und warum gelangen die Signale zu ihm, bleiben verborgen. Wer und welche Netzwerke stecken hinter den gelieferten Informationen ist oft zu wenig sichtbar. Besonders aber wer gewinnt und wer verliert finanziell und reputationsmässig daran, wird nicht wie ein Food-Profil deklariert. Auch die gesprochene Text- und gesendete Bildmengen übersteigen die Aufmerksamkeitsspanne und Konzentration vieler. Ohne Übertreibung: Viele Bürger sind heute ungenügend informiert über das komplexe System Medien mit seinen sozialen, politischen, ökonomischen, juristischen, journalistischen und technischen Aspekten. Es ist ein komplexes System, in dem sich viele unbewusst bewegen. Doch vieles lässt sich im medialen Labyrinth auch verdecken, verstecken, überdecken, schönen usw. Die Frage, ob Fake oder Echtes vorliegt oder ob neutrale Information oder Meinungssteuerung einfliesst, lässt sich oft nicht sofort beantworten. Eines ist aber sicher: Der Konsument will unterhalten werden; beiläufig sucht er die ihn interessierenden Informationen. Weil auch die Werbung davon profitiert, steht im Medienangebot der Unterhaltungswert vor der Information. Das ist der Preis, den unsere Gesellschaft für den Kampf um Einschaltquoten und Aufmerksamkeit bezahlt. Damit wird aber die Unterscheidung zwischen echter Nachricht und Storytelling verwischt. Einschätzung, Kommentar, Meinungsbeeinflussung, Witz und Spott präsentiert sich ineinander verschränkt. Geschichten lassen sich so nicht mehr als allgemein gültig oder persönlich verordnen. Die Technik erlaubt es: Sender können Fake News überall schnell und einfach unterbringen. Der Empfänger wird so mit Bildern, Informationen dermassen überfüttert, dass er oft nicht einmal Werbung von nützlicher Information unterscheiden kann. Somit wäre bereits in jeder Grundausbildung eine angemessene Medienausbildung notwendig. Doch Radio und TV stecken selber in einer schwierigen Situation: Sie sind besonders im Tagesgeschäft abhängig von der fachlichen Zuverlässigkeit und persönlichen Ehrlichkeit ihrer Mitarbeitenden. Die journalistische Aus- und Weiterbildung erhält damit eine besondere Bedeutung. Somit ist ein journalistisches Fehlverhalten eigentlich gleich zu beurteilen, wie wenn ein Buchhalter der Bank eine falsche Angabe macht: Es ist ein Fehler, der intern und u. U. über das Obligationenrecht zu ahnden ist. Wie der Medienalltag heute zeigt, sind die Institutionen dieser Situation oft nicht gewachsen. Allein die drei Artikel in der NZZ vom 18.02.2026, Seite 20, «Das Westschweizer Fernsehen bestätigt seine Kritiker – Genozid-Vorwurf beim israelischen Zweierbob-Lauf», Seite 30, «Gefälschtes KI-Video im ZDF – Der Sender sieht sich als Bollwerk gegen Desinformation – und muss sich nun selber wegen eines manipulierten Beitrags erklären» oder Seite 31 «Hans-Ueli Läppli – Russischer Propagandasender sorgt in den Schweizer Medien für einen Aufschrei und Verwirrung» belegen die Problematik. Hinter den Vorhang schauen ist somit notwendig Der Like-Knopf im KopfMedienmacher lieben ihr Medium wie Konsumenten ihre gewohnte Nachrichtenquelle. Die Ersten wollen mit Nachrichten etwas Gutes tun. Die Zweiten wollen sich unterhalten und vom Alltag ablenken lassen. Die Medien lenken deshalb die Zusehenden gern. Irgendwann werden sie ja schon den Like-Knopf auslösen. Die Gewöhnung an diese «schweizerische Medienwelt» hat heute seine Auswirkungen. Jeder hat eine eigene Meinung, was ein gutes und was ein schlechtes Medium sei. Alle haben ihre Gewohnheiten. Radio und TV haben zwar sinkende Einschaltquoten, aber niemand will das Schweizer Radio und Fernsehen wirklich abschaffen. So wird wahrscheinlich den meisten Schweizern der Mut fehlen, die Gebühr auf CHF 200.00 zu senken. Damit wären zwar die Medienverantwortlichen gezwungen, ihre Position und die Leistungen ihrer Produkte zu hinterfragen. Wenn keine echte Kürzung ansteht, wird jede träge Organisationen die bisherige Geschichte simpel fortschreiben. Und das ist eigentlich das, was es zu vermeiden gilt. Die Abstimmung betrifft also nicht nur die Geldfrage. Gegner der Initiative mit schriller StimmeWo es um Finanzdisziplin geht, sind stets die schrillen Stimmen der Betroffenen zu vernehmen; Sie fühlen sich benachteiligt und unverstanden. Das Argument, die SRG befinde sich im Abstimmungs- und Überlebenskampf, legitimiert die Gegner der Initiative zu jeder erdenklichen Etikettierung: Wer die Gebühreninitiative annimmt, ist ein Nichtwissender, eine Demokratiegegnerin, ein Kulturverächter, eine Unverantwortliche, ja ein Rechtsextremer. Dass zu Gebühren auch Leistungen gehören, ist in diesem Kontext ein Diskussionskiller. Abwägen ist notwendigErstens: Niemand bestreitet, dass zuverlässige Informationsquellen in vier Landessprachen notwendig sind. Zweitens: Wer sich in der Schweiz eines mittleren Salärs erfreut, für den sind CHF 300.00 nicht bedeutend. Der durchschnittliche Haushalt macht auch weniger notwendige Ausgaben. Auf die Kaufkraft derjenigen unter dem Medianeinkommen hat es jedoch einen Einfluss. Und die umsatzabhängige Abgabe der Betriebe erhöht unnötig die Produktionskosten. Drittens: Gebrauch, Nutzen und Finanzierung der Medien haben sich über die letzten Jahrzehnte stark geändert. Die Frage, ob die Gebühr noch berechtigt sei, ist also notwendig und legitim. Direkte Demokratie funktioniertVertrauen wir doch dem Schweizer Bürger und seinem direkt-demokratischen Verständnis. Wenn also nur die Geldseite das Sein oder Nichtsein der SRG bestimmen, dann ist der Abbau gewiss. Wenn aber auch Qualität und Quantität beachtet werden, so ist der Fortbestand gesichert. Somit kann Herr Bundesrat Rösti als ursprünglicher Befürworter der Initiative mit einer Gebührensenkung von 35 Franken politisch beidseitig punkten. Was bleibt bei einer Ablehnung der Initiative dennoch wichtig? Aus der Ablehnung kann man auch Lehren ziehenWenn das Schweizer Volk die Initiative ablehnt, dann steht die SRG in der Pflicht. Dann muss die Institution die im Vorlauf zur Abstimmung versprochenen mengen- und qualitätsmässigen Massnahmen umsetzen. Dann muss für den Radio- und Fernsehfranken Informativeres, Instruktiveres, selber und besser Recherchiertes und Ausgewogeneres geboten werden. Das Radio, das immer noch Besseres bietet als das Fernsehen, muss seine Kanäle straffen. Das Fernsehen, dass sich oft wie Radio präsentiert, muss wieder mehr journalistische Eigenleistung und gute Bilder liefern. Permanent Social Media und Umfragen einsetzen, verwässert guten Journalismus. Vor allem darf dieser nicht weiter farblosen, idealisierenden Professorinnen und Experten das Mikrofon hinstrecken. Die SRG benötigt Radio- und Fernsehjournalisten, die die journalistischen Mittel und Methoden beherrschen. Dazu gehört, dass sie sich in ihren Berichten auch mit dem nötigen Sach- und Fachwissen versehen. Dazu gehört aber auch, dass sie zwischen Wichtigem und «anything goes» unterscheiden können. «Investigativ» ist noch kein Qualitätssiegel. Und Anstand und Respekt zählen auch in den Medien. Kurz gesagt: Radio und TV muss sich als Ganzes auf seine Aufgaben konzentrieren und darf sich nicht in organisatorische, politische und andere reputationsmässige und finanzielle Abhängigkeiten manövrieren. Das steht ja auch in den Leitsätzen der SRG auf dem Internet zu lesen. Die SRG-Führung ist gefordertDie SRG muss nebst seiner Führung auch seine Kontroll- und Korrekturinstanzen verbessern. Das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) ist als technische Konzessionsvergabestelle eine suboptimale Überwachungsstelle. Aber auch das Forschungszentrum Öffentlichkeit und Gesellschaft (fög) der Uni Zürich, das in der Schweiz die einzigen regelmässigen öffentlich-medialen journalistischen Qualitätsaussagen macht, müsste einen erweiterten Auftrag erhalten. Sein Netzwerk müsste durch Fachkenner aus der Praxis ergänzt werden. Wahrscheinlich wäre es vorteilhaft, wenn eine gleiche Institution für das Französisch, das Italienisch und das Romanisch eingeführt würde. Nur so werden Zukurzgekommene am Fernsehen und Minderheiten am Radio auch zu Wort kommen. Weiter benötigt die SRG neugierige Redaktionsmitarbeitende und nicht selbstverwirklichende Journalisten. Vor allem sollten diese von Vorbildern geführt werden, die sich an die Unternehmensmaxime halten. Nicht Geschichtenerzählen, sondern Nachrichten müssen im Vordergrund stehen. Idealistische journalistische Ausbildung aus der Uni-Retorte muss durch handwerklich «schnörkellose Tagesberichterstattung» ersetzt werden. Zudem sind die SRG-Gremien zu straffen und sorgfältiger zusammenzustellen; nicht Konformität ist gefragt, sondern Kritikfähigkeit und praktisches Fachwissen. Somit ist Engagement und Passion von Radio- und Fernsehjournalisten gefordert. Sie müssen die Lethargischen im TV ablösen. Nicht nur Wissende, sondern Könnende und vor allem Erfahrene sind etwas mehr einzusetzen. Schliesslich darf auch die Politik etwas besser journalistisch Beschlagene in die Diskussionen werfen. Wer sich als Kommunikationsexpertin oder -experte vorstellt, müsste zuerst auch belegen, was er oder sie auf diesem Gebiet bisher geleistet hat. Die Menge der eingegebenen Motionen oder der Betrieb eines SoMe-Kanals sind dafür schon lange kein Ausweis mehr. Letztlich sollte der Angriff auf den SRG-Geldbeutel dazu benutzt werden, mit den vorhandenen Mitteln besser umzugehen. In einer Branche, die vom Abschauen und Kopieren der Formate lebt, dürfen Mengen- und Qualitätsfragen auch gestellt werden. Studiokosten, Löhne der Mitarbeitenden und der Leitungsorgane sind einem Medienbetrieb und nicht der Bundesverwaltung oder den Bankensektor anzupassen. Die Wertschöpfung ist in jedem Fall anders. Somit geht es nicht ums Überleben, sondern ums Verbessern!- Die Gebühr wurde ursprünglich mit der «TV-Einschaltabgeltung» begründet. Diese Gebühr sollte künftig genutzt werden, um Aufträge nicht nur an die SRG, sondern auch an fähige Medienagenturen zu vergeben.
- Die Grundversorgung muss sich auf definierbar Massstäbe und darf sich nicht auf abstrakte Begriffe abstützen. Die eingesetzten Mittel und angewandten Methoden müssen der Versorgungsdefinition entsprechen.
- Die Nachrichtenfunktion lässt sich u.U. über einen Auftrag an die SDA besser bewältigen. Mit den Nachrichten aufgeteilt in Politik, Wirtschaft sowie Sport und Meteo wäre die «nicht journalistische Geschichtenerzählerei» in den Nachrichtensendungen endlich obsolet.
- Fach- und Ressortexperten-Positionen sind durch Journalisten zu besetzen, nicht durch Wissenschafter.
- Events sind nur zu kommentieren, nicht auch noch gerade durch die SRG selber zu inszenieren.
- Die Funktionen und deren Träger sind auf das Leistung- und Lohnniveau aktueller Medienbetriebe einzustellen. Dazu sind Produktions- und Effizienz-Vergleiche mit dem Ausland notwendig. Das Lohnniveau in unserem Land ist kein Ablehnungsgrund.
- Das SRG-Werbekonzept muss auch die einschränkenden Bedürfnisse der bezahlenden Zuseher beachten: Werbe- sind lästige und zeitraubende Blockierungsphasen.
- Die Mehrsprachigkeit ist mit den heutigen Mitteln und Methoden sowie den Ausbildungsmöglichkeiten kein massiver Produktionsverteuerungsgrund mehr. Somit gilt es, die geeigneten Leute dafür zu finden. Wofür gibt die Schweiz denn sonst Geld für die Mehrsprachigkeit aus?
- Die Löhne und Vergütungen sind auf die Branche auszurichten. Seit der Jahrtausendwende haben sich zahlreiche Verwaltungen, Produktions- und Dienstleistungsunternehmen neuen Situationen anpassen müssen. Von den Zehntausenden Mitarbeitenden der Dienstleistungsbranche, deren Lohn in den letzten 20 Jahren stehen geblieben oder sogar gekürzt worden ist, hat die Presse allerdings nur selten berichtet.
- Die SRG muss ihre Organe überdenken und gestraft auf die nächsten Jahre ausrichten. Die Strukturen sind zu vereinfachen und mit professionellen Kontrollmechanismen zu versehen, und das nicht nur in den Finanzen und in der Technik.
Zahlen und Infos zu der SRG-Gebühren-InitiativeWorum geht es?- 2018: No Billag-Initiative abgelehnt, die Gebühr wird unverändert weiter erhoben
- 2026: SRG-Gebühren-Initiative, Abstimmung vom 8.03.2026, um die Jahresgebühr von CHR 335 auf CHF 200 zu senken.
- 2027: BR beabsichtigt, die Jahresgebühr für Haushalte von CHF 335 auf CHF 312 und dann 2029 weiter von CHF 312 auf CHF 300 zu senken, gleichzeitig wird ein Teil der Betriebe von den Abgaben befreit.
Aufgabe und Organisation der SRG3Das Medienunternehmen SRG ist privatrechtlich organisiert und wird nach den Grundsätzen des Aktienrechts geführt. Die SRG ist dem Service public verpflichtet und erfüllt dabei einen Auftrag aus der Bundesverfassung, dem Radio- und Fernsehgesetz sowie der Konzession. Als Non-Profit-Unternehmen finanziert sich die SRG zu 83 Prozent über die Einnahmen aus der Medienabgabe. Politische Akteurinnen und Akteure prägen ihre Rahmenbedingungen. Innerhalb dieses Rahmens ist die SRG organisatorisch und redaktionell unabhängig. Derzeit verändert sich die Medienbranche radikal. Deshalb definiert eine Unternehmensstrategie die Ziele und Prioritäten der kommenden Jahre und stellt sicher, dass alle Mitarbeitenden und alle Unternehmenseinheiten dieselben Hauptziele und Werte verfolgen. Die SRG ist ein Verein, der allen offensteht. Dieser Verein betreibt das öffentliche, unabhängige Medienhaus SRG, das in vier Sprachregionen audiovisuelle Angebote produziert und verbreitet und hierfür 7130 Mitarbeitende beschäftigt. SRG-Organisation (SRG-Internet, Organisation, 22.02.2026, 19 :40 Uhr) |